Brandschutz

Neue Brandschutzordnung nach DIN 14096

Nach den Verordnungen gemäß DIN 14096 ist der Betreiber einer Pflege- oder Betreuungseinrichtung zukünftig verpflichtet, ein ganzheitliches Brandschutzkonzept zu erstellen, das auf den Betrieb individuell zugeschnitten ist. Eine Prüfung durch Sachkundige erfolgt mindestens alle 2 Jahre im Pflegeheim.

 

DAS HAT SICH GEÄNDERT
  • Erstellung von individuell angefertigten, objektspezifischen sowie ganzheitlichen Brandschutzkonzepten, die den einzelnen Betrieben angepasst sind (dies erschließt sich durch die sich ergebende Notwendigkeit aus den Unterpunkten)
  • eine Prüfung der Brandschutzordnungen durch Sachkundige erfolgt mindestens alle 2 Jahre im Altenheim
  • Änderungen der äußeren Form, der Sicherheitszeichen und der Rahmenbedingungen
  • Einhaltung der Baugenehmigung

1. Neues der Brandschutzordnung

Teil ATeil BTeil C
Unter „Anforderung und Kennzeichnung“:

  • Neue Formatnorm für den Aushang: DIN A4, DIN EN ISO 216 (sichert Erkennbarkeit aus
    größerer Entfernung)
  • Schriftform: min. DIN 1451
  • Aktualisierung und Anpassung angeordneter Sicherheitszeichen an weltweite Norm
Unter „Einleitung“:
Allgemeine Erläuterungen zu den folgenden Gliederungsbereichen
(Geltungsbereich, Inkraftsetzung, betroffener Personenkreis)
Unter „Brandverhütung“:

  • Festlegung von Verantwortlichen zur Einhaltung der Bestimmungen

Unter „Alarmplan“:

  • Festlegung der Verantwortung zur Aufhebung des Alarms sowie

Allgemeines:

  • Wiederaufnahme des Normalbetriebs
  • Aushändigung des Teil C in Papierform
  • Empfang über schriftl. Bestätigung
  • Neuer Gliederungspunkt: „Einleitung“ (siehe Teil B)
  • Berücksichtigung von z.B. Photovoltaikanlagen, Heizungs-wie Lüftungsanlagen aufgrund
    besonderer Brandgefahren
  • Bereitstellung eines Ansprechpartners bei Vorbereitungen der Feuerwehr
  • Ermöglichung v. Zugängen, Zufahrten, Entnahme-, wie Einspeisestellen (insbesondere bei
    Betrieben mit Anlieferungsbereichen)
  • Zusätzlicher Anhang für Pläne, Zeichnungen, Merkblätter, Checklisten

 

2. Warum ist Brandschutz so wichtig?

Vorbeugende, wie abwehrende Rettungsmaßnahmen und die Arbeiten der Feuerwehr beeinflussen sich wechselseitig und müssen aufeinander abgestimmt werden. Sorgen Sie mit Ihrem Konzept nachhaltig für den Brandfall vor, dann kommen Sie den Lösch- sowie ggf. den Rettungsarbeiten der Feuerwehr entgegen. Wertvolle Zeit kann somit eingespart, kostspielige Apparaturen und Materialien geschützt und vor allem: Bewohner gerettet werden!

Ein ganzheitliches Brandschutzkonzept muss immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden und an die individuellen Gegebenheiten eines Betriebes anpasst werden. Neben der Schulung des Personal, sowie der schriftlichen Aufführung eines Brandschutzbeauftragten wird folgendes eingeführt:

  • Brandschutzordnung
  • Alarmplan (Verhalten im Brandfall)
  • Hausalarmplan
  • Flucht-und Rettungsplan
  • Notfallplan
  • Brandschutzplan
  • Feuerwehrplan
Einrichtungen, die der Unterbringung, Behandlung sowie Pflege dienen, verzeichnen meist eine große Anzahl an Patienten, die in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Da sich immobile Patienten oder Heimbewohner im Fall eines Brandes nicht eigenständig in Sicherheit bringen können, ist dafür die Beteiligung der Beschäftigten vorgesehen. Sollte im Gefahrenfall nicht sicher oder schnell evakuiert werden können, bringen sich alle Beteiligten in große Gefahr. Deshalb werden von Pflegeheimen besondere Schutzkonzepte verlangt. Verantwortlich für die gestellten Anforderungen bezüglich der Überprüfung und Erstellung von Rettungsmaßnahmen ist der Betreiber vom Altenheim bzw. der von ihm Beauftragte (nach § 12, MBevO). Über das Verhalten bei einem Brand und die Rettung von Menschen mit einer Behinderung müssen Pflegeheimangehörige aufgeklärt werden.
Besondere Schutzkonzepte sind unumgänglich für Pflege- und Betreuungseinrichtungen wie Pflegeheime oder Krankenhäuser, da diese hauptsächlich Bettlägerige beherbergen. Um einen vorsorglichen sowie sicheren Rettungsplan zu erstellen, müssen daher Maßnahmen getroffen werden, die eine schnelle sowie effektive Evakuierung oder Räumung der betroffenen Personen garantieren.

Evakuierungstücher gelten dabei als sichere Maßnahme, die den Ansprüchen der neuen DIN 14096 gerecht wird. Sie sind zudem kostengünstig sowie einfach integrierbar.
Ebenso beanspruchen Evakuierungstücher weniger Personal als beim herkömmlichen Evakuierungsprozess, sind wiederverwendbar und evakuieren sicher und vor allem schnell. Ganz wichtig hierbei: auch über Treppen!

3. Evakuierungslösungen für den Ernstfall

Funktionierende Evakuierungskonzepte sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen von Pflegeeinrichtungen entwickelt werden. Die Pflicht zur Vorhaltung von entsprechenden Rettungsmitteln liegt nicht bei der Feuerwehr, sondern beim Träger vom Pflegeheim. Die Evakuierung immobiler Bewohner und Patienten stellt hierbei eine Herausforderung dar. Bettlägerige sind aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen in Ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt und bedürfen im Notfall Hilfe.
Evakuierungstücher sind somit optimal, um ein Altenheim mit wenig Aufwand nach DIN 14096 für die Evakuierungen immobiler Bewohner abzusichern
Sicher und vor allem schnell. Ganz wichtig hierbei: auch über Treppen!

4. Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der Feuerwehren

Übrigens: Der Arbeitskreis „Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der Feuerwehren“ gibt in seinen Richtlinien für brandschutzrechtliche Anforderungen vor: ,,Pflegeeinrichtungen so zu planen und zu errichten, dass es für die Personenrettung in der Regel nicht der Mitwirkung der Feuerwehr bedarf.“ Dies ist notwendig, da durch die Anfahrt zum Einsatzort bereits wichtige Zeit verloren geht. Außerdem verfügt die Feuerwehr nicht über genügend Tragetücher, um im Notfall ein ganzes Pflegeheim oder Krankenhaus zu evakuieren.
Feuerwehren geben daher verstärkt den Hinweis, Evakuierungstücher bzw. Bezüge und Matratzen fest in die Evakuierungskonzepte zu integrieren. Mit dem Einsatz solcher Evakuierungshilfen kann im Notfall schnell reagiert werden.